Sonnenseite

Auf der Sonnenseite

Einen wunderschönen Herbsttag konnten wir heute, am 11. Novermber 2012, hier im Rheinland erleben. Die Bäume erstrahlten mit ihrem letzten Laub in goldgelben Tönen, die an Altgold erinnerten. Am Morgen noch war es kaum vorstellbar, dass der Nachmittag sich so entwickeln würde.

Dieses Vergnügen wurde aber vielen Menschen nicht zuteil. Denn wenn sie einen Blick aus der Perspektive des Wettersatelliten werfen, dann sehen sie auf dem ersten Bild, dass wir hier westlich eines breiten Frontensystems liegen, dass an diesem Wochenende dem Schwarzwald örtlich binnen 29 Stunden Regenmengen von mehr als 50 Liter auf den Quadratmeter einbrachte.
Am Abend werden von "WetterOnline" als Spitzenreiter für die letzten 24 Stunden Konstanz mit 27 Liter und das oberschwäbische Laupheim auf 538 Meter Höhe mit 30 Liter Regen gemeldet.

Um 15 Uhr 21 zeigte meine Wetter-Webcam in südlicher Richtung sehr hoch aufragende Cumulus congestus-Wolken. Diese Wolken können bis zu 6000 Meter hoch aufwachsen.

www.solingen-weyer-de/webcam

Angesichts unseres wunderschönen Wetters konnte man sich über diese Wolken wundern.
Diese hohen Wolken, die sie hier am unteren Bildrand erkennen,
vermutete ich in etwa 50 Kilometer Luftlinie im Raum Siegburg.
Diese Wolken markierten die nordöstliche Grenze dieses Frontensystems, das um etwa 1 Uhr 45 in der Nacht durch Solingen zog. Zwei Stunden später waren die Temperaturen um 2,5 Grad gefallen.

Nachdem ich mich einen Tag später eingehend mit einem "Wetterkollegen" über diese Wolkenbeobachtung unterhalten hatte, kam ich zu dem Schluss, daß diese Wolken noch viel weiter entfernt waren. Dieser "Wetterkollege" ist ein erfahrener und anerkannter Wolkenkenner.
Meine neuen Recherchen ergaben, daß diese Wolken im Raum Emmelshausen im Hunsrück beobachtet wurden, in etwa 120 Kilometer Entfernung.

Dieses Frontensystem, das von dem Sturmtief "Catrin" ausging, erstreckte sich in den letzten Tagen vom Polarmeer über die Ostsee, den Ärmelkanal und über die iberische Halbinsel bis nach Nordafrika.
Dieses Frontensystem war auch eine der Ursachen für das erneute Hochwasser, unter dem die Lagunenstadt Venedig an diesem Wochenende wieder zu leiden hatte.